Pferd zur Verfügung – Das musst du wissen!

Pferd zur Verfügung – Darauf solltest du achten!

Du möchtest dein Pferd zur Verfügung stellen oder über ein Pferd verfügen?

Das muss wohl überlegt und geplant werden.
Eigentümer und der Reiter sollten sich zum Wohle des Pferdes volles Vertrauen entgegenbringen und sich im besten Fall regelmäßig über das Pferd austauschen können.

Das Wohl des Pferdes sollte auf beiden Seiten immer an erster Stelle stehen.

Hier haben wir ein paar wichtige Tipps für euch zusammen getragen.

1. So inseriere ich eine Anzeige für mein Verfügungspferd

Um unnötige Anfragen zu vermeiden, solltest du möglichst viele Angaben machen. An erster Stelle solltest du die Postleitzahl angeben, damit interessierte Reiter wissen, wo dein Pferd steht. Als zweites solltest du angeben, ob und wie weit dein Pferd umgestellt werden darf. Dann sollten Angaben zu Größe, Rasse, Geschlecht, Eignung u.s.w. folgen. Falls Nutzungsbeschränkungen (z.B. darf nicht springen, darf nicht transportiert werden oder darf nicht zur Zucht eingesetzt werden) bestehen solltest du sie erwähnen. Ein oder mehrere Fotos von dem Pferd sind natürlich auch wichtig.

Denke bei Anzeigen in Social Media Gruppen unbedingt an die Datenschutzbestimmung und gebe keine persönlichen Daten, wie Anschrift oder Telefonnummer von dir an.

2. Warum werden Pferde zur Verfügung gestellt?

Wenn man als Pferdeeigentümer nicht mehr ausreichend Zeit für sein Pferd aufbringen kann, z.B. durch Schule, Studium, Jobwechsel, Schwangerschaft, Krankheit u.s.w. gibt es die Möglichkeit sein Pferd für eine bestimmte Zeit oder auf unbestimmte Zeit gegen Kostenübernahme (voll oder zum Teil) zur Verfügung zu stellen.

3. Das muss ich erfüllen, wenn ich über ein Pferd verfügen möchte

Über ein Pferd verfügen bedeutet sehr viel Verantwortung und hohe Kosten, da du (je nach Regelung) verantwortlich für die Unterstellung, Versorgung (Wasser, Futter, Tierarzt, Hufschmied), Versicherung, ausreichend Bewegung und ggf. Ausbildung bist. Außerdem musst du dafür sorgen, dass das Pferd weiterhin gut versorgt wird, wenn du mal ausfällst.

4. Was kostet mich ein Verfügungspferd?

Im Normalfall übernimmst du alle laufenden Kosten, also Stallmiete, Futterkosten (ggf. auch Zusatzfutter), Hufschmied, Tierarztkosten (Wurmkuren, Impfungen) und Versicherung. Je nach Unterbringung und Region solltest du mit monatlichen Kosten ab 300 € bis über 500 € rechnen. Viele Eigentümer übernehmen aber auch einen Teil der Kosten. Das musst du vorher verhandeln und dann vertraglich geregelt werden.
Generell gilt aber, dass ein Verfügungspferd den gleichen monatlichen finanziellen Aufwand bedeutet, wie ein eigenes Pferd. Und du trägst meist das größere Risiko, denn wenn das Pferd krank wird, können zusätzliche (zum Teil recht hohe) Tierarztkosten auf dich zukommen. Für die Pflege des Pferdes musst du, wenn noch nicht vorhanden eine Grundausstattung besorgen. Dazu gehören Halfter und Führstrick, Putzzeug (u.a. Striegel, Kardätsche, Wurzelbrüste, Hufkratzer, Schwamm), Desinfektionsspray, Wundsalbe, Verbandsmaterial, Huffett, Hautsalbe, Abschwitzdecke, Fliegenschutz, Winterschutz…

5. Vorteile für den Eigentümer

Er muss sein Pferd nicht verkaufen. Die laufenden Kosten für das Pferd werden ganz oder teilweise vom Nutzer übernommen. Er kann sich regelmäßig über den Zustand des Pferdes erkundigen, bzw. überzeugen (vertraglich regeln). Er kann entscheiden, wie lange das Pferd zur Verfügung gestellt wird und in welchem Umfang es genutzt werden darf (vertraglich festlegen). Das Pferd wird ggf. weiter ausgebildet.

6. Vorteile für den Reiter/Nutzer

Er muss kein Pferd kaufen. Laufende Kosten werden evtl. teilweise vom Eigentümer übernommen (vertraglich regeln). Er hat viel mehr Rechte, als bei einer Reitbeteiligung und nutzt das Pferd wie sein eigenes. Er kann das Pferd u.U. zurückgeben (vertraglich regeln).

7. Darauf solltest du als Eigentümer achten

Informiere den angehenden Reiter deines Pferdes über alle Pflichten, die er zu erfüllen hat. Setze den Reiter über besondere Eigenschaften, Vorerkrankungen oder Pflegebedürfnisse deines Pferdes in Kenntnis. Erfrage alles Notwendige, um sicher zu gehen, dass es deinem Pferd bei seinem zukünftigen Reiter gut geht. Schau dir unbedingt persönlich die Unterbringung/den Stall an. Bei einer/m Minderjährigen/en Reiter musst du mit den Erziehungsberechtigten sprechen und auch mit denen den Nutzungsüberlassungsvertrag schließen.

8. Darauf solltest du als Reiter achten

Erfrage alle Details zu deinem zukünftigen Verfügungspferd. Frage nach Vorerkrankungen, besonderen Vorlieben oder Macken. Spreche all deine Wünsche und Vorstellungen an. Nimmt der Eigentümer das Pferd ggf. zurück? Soll/darf ich Reitstunden nehmen, Lehrgänge, Turniere reiten? Darf das Pferd transportiert werden? Darf ich andere auf ihm reiten lassen? Jeder Punkt sollte in einem Nutzungsüberlassungsvertrag klar geregelt werden, damit es später nicht zu Missverständnissen kommt. Wichtig ist auch, dass du dich mit dem Eigentümer gut verstehst, denn es bleibt sein Pferd und ihr werdet euch trotz Vertrag evtl. bei bestimmten Dingen abstimmen müssen. Vereinbare unbedingt ein Probereiten und schaue dir das Pferd sehr genau an. Wenn du unsicher bist, dann treffe dich lieber ein zweites und drittes Mal und nehme eine weitere Person mit.

9. Nutzungsüberlassung für das Pferd

Damit sich keine Nachteile für das Pferd, den Eigentümer und den Nutzer/Reiter ergeben, solltet ihr einen schriftlichen Vertrag (Nutzungsüberlassung) aufsetzen, in dem alle wichtigen Punkte geregelt sind. Eine Nutzungsüberlassung ist also ein Vertrag, der zum Wohle des Pferdes und im Sinne des Besitzers und Reiters abgeschlossen wird. Er regelt schriftlich alle Konditionen und Rahmenbedingungen. Ihr könnt selber einen individuellen Vertrag aufsetzen, jeden Punkt möglichst klar formulieren und dann gegenseitig mit Angabe des Ortes und Datum unterschreiben (Kopien nicht vergessen). Ganz sicher ist es, wenn ihr euren Vertrag von einem Anwalt prüfen lasst. Ein Besuch bei einem Anwalt kostet nicht die Welt und dafür habt ihr im Ernstfall rechtliche Sicherheit.

Wir hoffen, dass euch unser Beitrag gefällt und wir damit ein paar eurer Fragen beantworten konnten. Über Anregungen, Verbesserungsvorschläge oder Kritik freuen wir uns.

Pferd zur Verfügung - darauf solltest du achten

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